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Pressemitteilung

Algorithmen und Daten brauchen ethische Grundsätze

Frankfurt, 25. Februar 2016 Die Algorithmen der sozialen Netzwerke, der Suchmaschinen, der Nachrichten-Aggregatoren und zahlreicher Informationsangebote sorgen für ein passgenau berechnetes, an den Interessen der Einzelnen orientiertes Informationsangebot und steigen damit zu elektronischen Chefredakteuren auf. Dabei sind Algorithmen „keineswegs neutral, auch die nicht, die für die Personalisierung der Information sorgen“, betont Katharina Zweig. Vielmehr, so die Informatik-Professorin, „berechnen Algorithmen Antworten auf Fragen, die nicht immer konkret gestellt sind und daher Interpretationsspielraum lassen. Was ist beispielsweise die wichtigste Nachricht, die aus der Timeline bei Facebook angezeigt werden sollte: Die Geburt der Nichte, der Mord in der nächsten Stadt oder das Erdbeben in Asien?“

Die Gründerin des Studiengangs Sozioinformatik an der TU Kaiserlautern hält ethische Grundsätze für Algorithmen für nötig. Dabei ist es ihr wichtig, dass angesichts der Lernfähigkeit der Maschinen auch die Daten, auf deren Grundlage sie lernen, Gegenstand ethischer Erwägungen sein sollen: „Hier braucht es die gesellschaftliche Verständigung, was wir für verantwortlich halten“.

Die Informatik-Professorin Katharina Zweig hat für das diesjährige lpr-forum-medienzukunft einen „Denkzettel“ verfasst, sie erläutert am 10. März in Frankfurt, warum Algorithmen eine Ethik brauchen unter der Überschrift „Informationsfreiheit vs. Filter Bubble“.

Mit der von Algorithmen gesteuerten Logik des Netzes muss der Journalismus „selbstbewusst“ umgehen, findet Alexandra Föderl-Schmid, Chefredakteurin der Wiener Tageszeitung Der Standard und DerStandard.at, die eine der größten Online-Communities in Österreich aufgebaut hat. Clas Dammann, Teamleiter des ZDF-Digital-Projekts heute+, setzt auf „gut recherchierte, gut erzählte und gut formatierte Geschichten“: Er ist sich sicher: “Guter Journalismus findet auch auf den Kanälen des Silicon Valleys sein Publikum.“ Michael Paustian von Axel Springer setzt auf „Ausprobieren“. Der Creative Director der neu gestarteten Nachrichtenplattform upday sagt: „Angst vor neuen Entwicklungen und dem Valley hilft uns sicher nicht.“ Um Erfolg zu haben, reiche es nicht, „dass die Inhalte stimmen“, hebt Nico Lumma hervor, nötig sei auch „eine Distributionslogik, die eine Skalierung und die damit verbundene Monetarisierung ermöglicht“, so der Chef des next media accelerator – nicht nur mit Blick auf journalistische Start-ups.

Mit ihnen diskutieren Matthias Schrader, Vorstandsvorsitzender der Digitalagentur SinnerSchrader, die Kommunikationswissenschaftlerin Wiebke Loosen, Hans-Bredow-Institut, Frank Lobigs, Professor für Medienökonomie, TU Dortmund, Volker Lilienthal, Professor für Qualitätsjournalismus, Universität Hamburg, Staatssekretär Michael Bußer, Sprecher der Hessischen Landesregierung, und Joachim Becker, Direktor der LPR Hessen. Es moderieren Petra Sorge (Cicero) und Ingrid Scheithauer.

Rettet Silicon Valley den Journalismus? ist die Titelfrage des diesjährigen lpr-forum-medienzukunft, das am 10. März in Frankfurt am Main stattfindet.

Das lpr-forum-medienzukunft ist eine Veranstaltungsreihe der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und wird vom Büro Ingrid Scheithauer konzipiert und organisiert.

Weitere Informationen unter: lpr-forum-medienzukunft

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Rückfragen an:
Büro Ingrid Scheithauer,
Zedernweg 5, 53340 Meckenheim,
Ulrike Oertel | Mobil: 0160 73 74 624 | oertel@ingridscheithauer.de